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Herbst - Zeit des Überganges

Wenn wir den Ablauf des Jahres mit dem eines Tages vergleichen würden, dann entspräche der Frühling dem Morgen und der Hochsommer der Zeit der Mittagsruhe.

Den Herbst können wir mit dem Nachmittag bis Abend vergleichen. Jetzt muss noch einiges erledigt werden, bevor der Tag endet in die Nacht, dem Winter.


 

Unser Sein und die Natur um uns herum befinden sich in ständigem Fluss
und unterliegen dabei einem natürlichen Rhythmus.
Dabei hat jede Jahreszeit seine besonderen Qualitäten mit den Rhythmusgebern Tageslicht
und dem Aufblühen und Vergehen der Natur.
Damit zeigt uns die Natur auf, wofür es energetisch im Leben gerade Zeit ist.


Wofür es energetisch gerade Zeit ist .. 

 

im Oktober 

 

Zeit der Bilanz: Der Oktober lehrt uns die Fähigkeit der Unterscheidung in Brauchbares und Unbrauchbares. #Lettingo

  • Im Rückblick, was wurde bis jetzt aus unseren Visionen, Ideen, den Träumen und konkreten Projekten, die wir ins Leben rufen wollten?
  • Wieviel konnten wir von dem umsetzen, was uns wirklich wichtig war? 
  • Waren unsere Anliegen für uns inspirierend genug, um schon einiges davon umzusetzen oder erste wichtige Schritte eingeleitet zu haben?

 

Zeit der Entscheidung und Lettingo: Was brauche ich (noch)?

 

Sich für eines zu entscheiden heißt oft automatisch, etwas anderes gehen zu lassen. 

 

Während es im September um ein Annehmen von Gaben ging, geht es im Oktober für unser energetisches Gleichgewicht ums Hergeben.

 

Für alle Gaben, die das Leben uns bereithält, sollte dann etwas Angemessenes zurückgeben werden. Wie bei einem Fluss würde ein Stau der Energien dazu führen, dass entweder nichts mehr nachfließen kann oder eine Überschwemmung zur Katastrophe führt. In früheren Zeiten waren Opfer für göttliche Unterstützung auch in unserem Kulturkreis üblich.

 

 

Wie schwer fällt es uns manchmal, etwas herzugeben, das uns ans Herz gewachsen ist. Häufig wird Materielles gehortet, ohne davon wieder etwas ins große Netz einzuspeisen.

Hergeben, Verschenken, Opfern – so schmerzhaft es sich anhört, so sehr erleichtert es auch, loszulassen und buchstäblich unbeschwert zu sein.

 

 

Ende Oktober, wenn das "Sterben" in der Natur beginnt, fühlen viele Menschen eine Traurigkeit in sich. Die Natur erinnert dann an Abschied und Endlichkeit allen Lebens, auch unseres eigenen und dem, was wir das „Ich“ nennen. Dabei ist Abschiednehmen fester Bestandteil unseres Lebens, von lieben Menschen, von Rollen die wir innehatten, Jobs, guten oder schwierig erlebten Zeiten. Wir dürfen lernen, immer wieder los zu lassen. Dabei ist das, woran wir festhalten wollen oft weniger schmerzhaft als das Festhalten selbst. 

 

Der Wahrheit ins Gesicht sehen. Alles Gefällige, Schöne und Verzierende, alle Identitäten, mit denen wir uns selbst definieren, dürfen wir nun abstreifen und uns auf das besinnen, was eigentlich unseren Kern, unsere Persönlichkeit ausmacht. Sein wie wir sind, mit unseren Ecken, Kanten und Irrtümern.

 

So wie auch die Laubbäume ihr Blätterkleid abwerfen, fällt nun unser Blick auf ihr kahles Astwerk. Nichts beschönigt mehr, weder in Form noch Farbe. Die Bäume strahlen damit gleichzeitig eine karge Strenge sowie Verletzlichkeit aus, gerade auch darin liegt besondere Schönheit.


 

Wichtig gerade jetzt im Herbst, dass wir möglichst häufig regional gewachsenes Obst und Gemüse essen. Denn dieses hat über die letzten Wochen und Monate energetische Informationen über seine natürliche Umwelt in sich aufgenommen. Damit erhält auch unser Organismus diese für uns so wichtigen Informationen für unsere Gesundheit, um sich leichter auf die kommende kalte Jahreszeit einzustellen.

 


 

November

Bei nebliger Witterung können die klaren Konturen der Wirklichkeit verschwimmen. Die Grenzen der alltäglichen Welt werden durchlässiger und lassen andere Ebenen des Bewusstseins zu. Im Schutz des Nebels, so hieß es früher, wird sonst Unsichtbares sichtbar.

 

Die Themen des November

Jeder kennt diese besonderen Augenblicke. Plötzlich flackert eine Erkenntnis auf, dass die sichtbare Welt nicht die einzige Realität sein könnte, und es mehr zwischen Himmel und Erde gibt, als das Auge zu erkennen vermag. Meist verdrängen oder vergessen wir diese kurzen Momente schnell wieder oder schreiben sie dem „Zufall“ zu.

 

Zeit des Geschichten-Erzählens 

Eine parallele Realität ist die Welt der Träume, der Fantasie, der Intuition und der Ahnung.

Nicht nur Worte sind dabei das Transportmittel, sondern auch die Welt der Bilder und des Nicht-Fassbaren, der kindlichen Fantasie. 

 

 

Die Wurzeln der Ahnen

Der Toten zu gedenken fällt im November nicht schwer. Eine Verbindung zu den verstorbenen Vorfahren aufzunehmen, ist wahrscheinlich die älteste Form von spiritueller Tätigkeit und führt zurück zum Anfang aller Religionen. Fast alle Kulturen kennen und kannten eine Verehrung der Ahnen. Von den Vorfahren konnte man erwarten, dass sie ihr Wohlwollen, ihren Schutz und ihre Weisheit den Lebenden zur Verfügung stellten. 

 

Jeder Mensch trägt seine Ahnen in gewisser Weise über das Erbgut in sich, auch hinsichtlich Begabungen und Schwächen. Und häufig haben wir transgenerational Themen von unseren Eltern, Großeltern oder einem Familiensystem übernommen. So können sich Familienschicksale über Generationen weitertragen.

 

 

Rückzug zu den Wurzeln - das Erbe annehmen

Indem wir bewusst Kontakt zu unseren Ahnen aufnehmen, treten wir in Verbindung zu einem Teil unseres Wesens, unserem Erbe.

 

Die positiven Seiten eines Erbes anzunehmen, fällt dabei nicht schwer: 

Geld, Begabungen, Schönheit, oder weitergegebene Stärken, wie z.B. eine positive Haltung zum Leben oder guter Umgang mit Geld. 

Doch auch die negativen Seiten des Erbes wollen angenommen werden. 

 

Den Schattenseiten unseres Erbes begegnen wir in Eigenschaften, die wir schon an unseren Eltern nicht ausstehen konnten, und trotzdem auch an uns gelegentlich wahrnehmen. Dies sind die eigentlichen Aufgaben unserer Ahnen an uns. Ihnen zu begegnen und sie anzunehmen, sind die Herausforderungen auf dem Weg zu Heilung und Lebendigkeit.

 

Anregung dazu:

Überlege, was du von deiner Familie weißt, was sind dir bekannte „Familienthemen“, die sich durch deine Familien ziehen wie ein roter Faden?

 

 

Dezember

hat die energetische Qualität der Dunkelheit

Zeit, einen Gang zurückzuschalten und wie die Natur um uns herum zur Ruhe zu kommen

 

Jetzt sich selbst stärken

Viele Menschen erleben im Dezember eine gefühlt ansteigende Geschwindigkeit, mit der es auf Weihnachten & Jahresende zugeht. Statt vorweihnachtliche Besinnlichkeit erleben wir meist die hektischste Zeit des Jahres.

 

Die Energie des Dezembers eignet sich allerdings besser dafür, bewusst mal einen Gang zurückzuschalten, und wie die Natur um uns herum zur Ruhe zu kommen. 

 

Nimm & finde dir Zeit(Inseln), plane dir Mußezeiten ein, eine persönliche Me-Time.

 

Das heißt zum Beispiel lese das Buch, welches du vielleicht schon lange auf dem Nachttisch hast oder gib dich kreativen Tätigkeiten hin, jedenfalls tue etwas, das dir Freude macht. Vielleicht gestaltest du auch Weihnachtskarten und Weihnachtsbaumschmuck selbst.  

 

Meditationen, Rituale und Orakel sind ein Weg, um die dunkle Winterzeit positiv zu nutzen. Vermeide soweit es geht Stress, besonders vor Weihnachten, denn da wirkt er sich besonders negativ aus. Ruhe wird jetzt energetisch stark unterstützt und gibt dir gerade in dieser Zeit neue Kraft.

 

Mit ein bisschen Vorplanung kann man vermeiden, bis kurz vor Weihnachten noch mit Geschenkekaufen zu verbringen. Das schönste Geschenk, welches wir unseren Lieben machen können, ist ohnehin, ihnen unsere Zeit und unsere volle Aufmerksamkeit zu schenken.

 

Die Dunkelheit annehmen

Die Dunkelheit erfasst uns im Dezember äußerlich ebenso wie innerlich. Folgen wir der Energie und lassen zu, ganz in sie einzutauchen. Was wir im Herbst mit dem Fallen der Blätter an Ehrlichkeit zu uns selbst und Wahrhaftigkeit im Umgang mit unseren Stärken und Schwächen aufgebaut haben, findet nun, in der Dunkelheit eine neue Qualität.

 

Obwohl Dunkelheit als Abwesenheit von Licht für unsere Seele und unseren Körper genauso wichtig ist wie das Licht selbst, fürchten sie viele Menschen. Dank elektrischen Lichtes erleben wir sie auch fast nie mehr unerwartet. Jede Finsternis kann ausgeleuchtet werden bis in den letzten Winkel. Die Nacht, die uns als Kinder vielleicht Angst machte, ist dadurch kontrollierbar geworden.

 

Doch die geheimen, unaufgelösten Ängste in unserem Leben lassen sich auch im hellsten Licht nicht wirklich auflösen, sondern bestenfalls zurückdrängen in jene inneren Räume, die unser denkendes Bewusstsein gut verschlossen hält, solange wir wach und bei Verstand sind.

Kaum ist das Licht verloschen und die Kontrolle des Denkens erlahmt, gewinnen sie wieder an Boden.

 

Der Dezemberenergie in die Nacht zu folgen heißt, uns bewusst diesen inneren Räumen zu widmen

Wenn wir in sie hineinsinken, erleben wir hier jene Welt, in der nicht nur die Ängste, sondern auch die Fantasie, die tiefen Gefühle und unsere größte innere Kraft wohnt. An deren tiefsten Grund ist unser individuelles Ich verbunden mit jenem umfassenden Sein, das alles in sich enthält.

 

Wie im Märchen gelangen wir zu den unermesslichen Schätzen unserer Persönlichkeit erst dann, wenn wir uns in die dunklen Höhlen vorwagen, in denen unsere Ängste und Schwächen manchmal lauern wie Ungeheuer. Wer sich gleich den Märchenhelden dem Schrecklichen stellt, hat die gute Chance, es auch überwinden zu können.

 

 

Der Hoffnung Raum geben

Die Wende kommt immer dann, wenn sie am dringendsten gebraucht wird. Am 22. Dezember wendet sich das Blatt und die Sonne ändert ihre Richtung. Es geht wieder bergauf mit dem Tageslicht, und damit lehrt uns der Dezember, dass auch die schlimmste Dunkelheit und Krise irgendwann ihr Ende findet. Im Zentrum des Schattens wendet sich die Energie und das Neue wird geboren.

Foto: Unsplash by HRUSTALL

 

 

Um heil und ganz zu sein oder wieder zu werden, gestehen wir auch der Dunkelheit ihren Ort zu

Innerlich wie äußerlich gehört ihr die Hälfte des Kreises. Die Dunkelheit wird geboren, wenn das Licht am hellsten strahlt zur Sommersonnwende am anderen Ende des Kreises. Beide Pole bedingen einander, haben ihren notwendigen Platz und ihre Berechtigung.

 

Text by Sabine Bagnato

teilweise inspiriert aus Buch von Martina Kaser „Der Jahreskreis"